Montag, 13. August 2018

Kurzhaarfrisuren


Wie jeden Sommer mussten die langhaarigen Fellknödel auch dieses Jahr wieder Haare lassen.
 Die kleinen Anarchisten haben sich nämlich das schönste und hellste Zimmer in unserem Haus als Bleibe ausgewählt, es im Anschluss nach Meerschweineart annektiert, alles eingesaut und überall ihren Kram rumfliegen lassen. Was das kleine Schweinchengehirn dabei jedoch nicht bedacht hat: Im Sommer ist es in den Hochlagen der Anden kühl, nicht aber in den Hochlagen von mäßig isolierten heimischen Dachgeschosswohnungen.
Mit Sack und Pack in den Keller zu ziehen ist mir persönlich zu aufwendig, also muss das Fell runter.
Und schon werden aus der hübschen Peruanerdame, der stattlichen Lunkaryamatrone und der Coronetdiva wieder unansehnliche Stoppeltiere.

Motte mit kurzem Fell. Hier ein Vergleich mit langem Fell.

Zu meiner Verteidigung ist zu sagen, dass ich als Kind nur eine Barbie hatte und der NIE die Haare schneiden durfte.
Daher beschränken sich meine Friseurkenntnisse auf das heimliche üben als 6 Jährige an den Haaren meiner 4 jährigen Cousine und sind als rudimentär zu bezeichnen. Und es gab trotz meiner gefühlten damaligen Meisterleistung nur wenig Anerkennung durch die zur Beurteilung hinzugezogenen  Erwachsenen, was meiner Karriere als Top Stylistin früh einen unüberwindbaren Riegel vorschob. Nebenbei bemerkt muss deren Sinn für Ästhetik zweifellos in Frage gestellt werden, denn auch das Werk meines Cousins die Haare seiner Schwester einige Wochen darauf mit Slimy*zu verschönern wurden nicht hinreichend gewürdigt.


[*Slimy: schleimige neonfarbene grüne Glibberflüssigkeit (wahrscheinlich hochgiftig) aus den 90ern, die nie wieder aus Textilien (oder in diesem Fall- Haaren) raus geht ]

 Bei den Schweinchen war es diesmal nach einigem Gezeter, viel entferntem Fell und einigen entfernten Nerven (also im übertragenen Sinne, denn ganz so tief hab ich nicht geschnibbelt) rasch überstanden. 
Leider sind meine Haarmodels jetzt für einige Wochen wieder etwas entstellt. Als Erinnerung noch ein paar Langhaar Bilder von Pony.

Nach dem Aufstehen:



Aufgestylt zum Ausgehen:




 Und da es auch bei Meerschweinehaltern zu massiven Debatten und rigoros geführten Kleinkriegen kommt bezüglich der Frage: "Soll ich meinem langhaarigen Meerschweinchen im Sommer die Haare schneiden?" , so vertrete ich die Meinung: Unbedingt. Insbesondere bei einer solchen Hitze. Was bringt mir ein hübsches Tier, dass sich vor lauter Fell kaum bewegen kann und immer kurz vorm Kollaps steht? Dann lieber ein kleines Zotteltier für ein paar Wochen.

 Meine Meerschweinchen sind auch nicht sonderlich frisur- oder figurbewusst und daher ist es ihnen ziemlich egal wo sich ihre Haare im Sommer so befinden. Ob an ihnen dran, im Müll oder in meiner Wäsche.
Und als Futtergeber muss einem dass auch irgendwann egal werden, denn man findet die Haare auch: auf der Couch, im Garten, im Treppenhaus verstreut, in der eigenen Kleidung und gelegentlich in den eigenen Haaren. Durch die luftige Leichtigkeit schweben sie lustig durch das ganze Haus und zeigen allen Besuchern unmissverständlich wer die wahren Herrscher dieses Haushalts sind.

Pony sind ihre Haare ziemlich wurscht.




Sonntag, 22. Juli 2018

Burn out

Um Abends etwas runter zu kommen kann man sich ganz chillig ins Schweinegehege setzten und den friedlichen Wutzen beim mümmeln zu sehn. Nichts ist beruhigender. Für mich.
Für die Wutzen ist es jedoch purer Stress wenn ich im Zimmer bin. Das heisst nämlich: Es gibt Leckerlis. Und sofort entbrennt ein harter Konkurrenzkampf.

Es gibt Leckerli!!!!


 Am schlimmsten trifft es Norbert. Der rennt sofort auf mich zu und bettelt erst mal wild und aufdringlich. Zudem hat er alle Pfoten damit zu tun Lizzy und Flocke wegzuscheuchen. Immer kurz vom burn out.


Betteln nach Schweineart. Nase in die Luft und süss gucken!
Klara rast währenddessen wie wild durch den Stall und verzweifelt an der Frage, ob ich sie jetzt fangen will um sie ins Freigehege zu setzten (ein eindeutiger und legitimer Fluchtgrund) oder ob ich doch nur leckeres Futter bringen will (ein eindeutiger Grund um schnell nach vorne zu stürmen).  Also stürmt sie ein oder zweimal quer durch den Stall und rennt dabei alle anderen Wutzen über den Haufen nur um sich dann doch wieder im gleichen Häuschen wie am Anfang zu verstecken.
Schweinelogik halt.

Pony hat eindeutig am wenigsten Stress. Sie sitzt einfach nur auf maximalem Abstand zu mir da und futtert ihr Heu und Grünzeug. Und wenn ich dann weg bin sucht sie die übriggelassenen Leckerli- Krümel vom Boden auf.


Damit auch die Angsthasenwutzen Motte und Pony was ab bekommen werfe ich ihnen oft einige Erbsenflocken und Sonnenblumenkerne vor die Schnauze.
Norbi kann das natürlich nicht ignorieren und flitzt sofort vom einen zum Anderen um möglichst viel abzustauben. Vor lauter Futterneid vergisst er dabei manchmal das Fressen.

Das sieht dann so aus, dass ich Pony was hinwerfe und er mit einem Affenzahn hinläuft, aber noch bevor er auch nur eine Erbsenflocke frisst werfe ich Motte was zu, weshalb er wiederrum schnellstmöglich zu ihr flitzt. Dann kriegt Lizzy, die vorne steht und bettelt was. Und promt muss er direkt nach vorne zu mir kommen. Bis er jedoch bei seinen Weibchen ankommt haben die immer schon alle Leckerli weggefuttert.
 Insgesamt kriegt er also auch nicht viel mehr als die Anderen. Ist aber hinterher wesentlich platter.
Armer Kerl. Ganz schön stressig, so ein Schweineleben.  Wenn er dann schliesslich ganz frustriert ist fängt er wahlos an zu brommseln und das nächstbeste Mädel zu bedrängen. Gibt man ihm dann eine grosse Ersebflocke ist der Kerl wieder beruhigt und geht erneut auf Leckerlijagd.

PS. Lizzy kriegt unterdessen mehr als alle Anderen, weil sie einfach immer driekt bei mir bleibt und mich mit grossen Kulleraugen ansieht. Das merkt man mittlerweile auch an ihrem Gewicht.

Bis denn, eure Doro


Dienstag, 10. Juli 2018

Backschweine auf der Flucht

Es ist endlich Sommer. Der Rasen ist kurz und die Fellkartoffeln sind durch das viele Gras ganz schön fett geworden. Natürlich nicht Alle.  Die schlanken Skinny Pigs (Klara und Flocke) haben die Figur gehalten. Nur die Dicken haben noch weiter zugelegt.
Immer wenn ich sie Morgens ins Freigehege setze und Abends zurückhole kommt es mir vor als würde ich eine Ladung Backsteine die Treppe hochschleppen. Hab das meinem Freund gesagt und er meinte nur: "Das sind keine Backsteine, das sind Backschweine."
Tja, kann man wohl so sagen. Neuer Fachbegriff für moppelige Wutzen.

Lizzy hat ordentlich zugelegt.


Eigentlich bin ich ein ziemlich tierlieber Mensch (Untertreibung des Jahrhunderts).
 Man sagt ja es gibt Hundemenschen und Katzenmenschen. Und da gibt es noch mich, die sogar Fruchtfliegen aus dem Orangensaft rettet.
Dennoch hab ich mein Herz hauptsächlich an die süssen Fellwalzen verloren und bin vor allem mal Schweinchenmensch.   

Was gibt es beruhigenderes als Schweinchen beim Futtern zuzusehn?


Katzen allerdings fand ich bislang nicht so toll. Die haben bei meinen Eltern im Garten vor allem ihre Hinterlassenschaften in den Beeten zurückgelassen. Daher war ich bislang nie besonders begeistert.
Und ich dachte auch immer, dass das so bleibt.
Bis zu dem Tag an dem unsere Nachbarskatze (Name mir unbekannt und daher nur "Katzi" genannt, grau getigert, wohnt im Haus hinter uns) sich zum Ziel gemacht hat das zu ändern. Sie hat sich schnurrend an mich rangeschmissen bis ich sie schliesslich gestreichelt hab. Und jetzt kommt sie regelmässig für Streicheleinheiten vorbei.

♥"Katzi"♥

Und bei Katzi blieb es nicht.
Die Nachbarskatzen sind mittlerweile so anhänglich und neugierig geworden dass sie penetrant ihr Revier um unseren Garten (und am liebsten um die ganze Wohnung) erweitern wollen.
  •  Das Gute daran: sie kacken nicht in den Garten, da der zum Revier gehört.
  •  Das Schlechte daran: alle Katzen lieben Schweinchen TV und sitzen oft vor dem Gehege, was den Wutzen (und mir) nicht gefällt. 
Und da massig Katzen in den Reihenhäusern direkt neben dem Garten leben, vergeht meistens keine halbe Stunde ohne Besuch. Daher ist unser Gehege auch gut gesichert, so dass die Schweinchen in Ruhe ihrer Mäharbeit nachkommen können.

Klara beim Rasen mähen.
 Um so schlimmer war der Schock als letzte Woche Klara plötzlich vor dem Gehege saß. Der Boden war dort an einer Stelle sehr uneben und sie hat sich wohl durch den winzigen Spalt durchgequetscht. Warum? Kein Plan.
Zurückgefunden hat sie dann natürlich auch nicht mehr und hat vor dem Gehege friedlich gefuttert bis ich sie entdeckt hab und schnell eingefangen hab. Glücklicherweise ging es ihr gut. Aber ich hab den Schock meines Lebens bekommen.
Memo an mich: In Zukunft den Boden noch mal auf Unebenheiten checken, denn es könnte sich ja eins der Skinny pigs durch eine Spalte quetschen. Oder einfach alle Schweine so stark mästen, dass gar keins mehr durchkommt.


Doro: "Sag mal Klara, bist du verrückt geworden dich als Katzenköder vor das Gehege zu setzen? Was wolltest du da überhaupt?"

Klara: "Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes ist einfach viel grüner! Also hab ich mich unter dem Gehege durchgequetscht und dort gefressen. Das Gras war dort zunächst auch grüner. Aber nur so lange bis ich dann dort war. Einmal drüben wollte ich wieder zu den Anderen, denn ob du es glaubst oder nicht, dort wo die waren schien das Gras auf einmal viel Grüner zu sein."

Doro: "Aber warum bist du dann nicht einfach wieder zurückgegangen?"

Klara:  "War zu anstrengend mich da nochmal durchzuquetschen. Und dann kam auch noch dazu, dass ich mich verirrt hab und den Weg nicht mehr gefunden hab. Und dann kamst schliesslich du daher und hast mich einfach geschnappt und in den Stall gesetzt. Tja. So war das. "

Doro: "In Zukunft bleibst du beim Mähen aber im Gehege! Ehrenwort?"

Klara: "Ich versuch es. Auch wenn es mir schwerfällt, denn vor dem Zaun ist das Gras doch immer so viel Grüner!"

Doro: *seufz

 

 

Dienstag, 26. Juni 2018

Verschollen

Verschollen in der Südsee? Ertrunken in Arbeit? Wo war ich? Noch wichtiger: Wo waren die Fellkartoffeln die letzten 2 Monate?

 Gerne würde ich euch was erzählen von meiner anstrengenden Arbeit im Krankenhaus mit 10 Tagen durcharbeiten und Nachtschichten (von 9 bis zu 14 Stunden täglich),  viel Haushaltskram und der Hochzeit einer guten Freundin (Geschenk basteln) etc pp.

Aber obwohl das alles stimmt ist der wahre Grund unserer Abwesenheit im Internet ein ganz anderer.
Nach jahrelangem, aufmerksamen Beobachten der faulsten Lebewesen des Planeten (meiner Wutzen) musste ich es ihnen einfach mal gleichtun.
Daher hab ich in meiner ziemlich knapp bemessenen Freizeit hauptsächlich auf der Couch rumgelungert, gefaulenzt und auch sonst eigentlich garnix gemacht.
Und die Schweine haben mitgemacht. Schlafen, Futtern, faulenzen. In Dauerschleife. 
Daher ist nicht nur der Blog zu kurz gekommen, sondern auch der Haushalt.

Für den Weg durch den Garten braucht man mittlerweile eine Machete und aus den Flusen unter unserem Bett kann man mengenmäßig wahrscheinlich Socken stricken. Aber was soll´s.
Jetzt hab ich endlich Urlaub und werde den inneren Schweinehund wieder an die Leine nehmen. Die to Do Liste ist lang.
Und auch die Wutzen werden wieder für Mäharbeiten im Garten angestellt. Auch wenn ihnen der tägliche Lieferservice durch mich deutlich mehr zusagt. Und als Fotomodels müssen sie auch wieder herhalten. Vorbei mit dem Chillen! Morgen geht´s los... oder übermorgen... oder irgendwann,  ganz bestimmt!


Sonntag, 22. April 2018

Vom Lehrling zum Meister- Berufswunsch Rasentrimmer

Nach einem entspannten Urlaub und einer arbeitsreichen Woche gab es bei dem tollen Wetter am Wochenende endlich mal wieder die Gelegenheit die schweinischen Rasenmäher in Betrieb zu nehmen.
 Es gab anfängliche Startschwierigkeiten, da die Hälfte der Truppe noch nie draußen war und dort alles (ausgenommen Gras) zum Fürchten fand.
 Für die Lehrlingsschweine war es ausserdem ungewohnt, dass die Grashalme beim dran zerren nicht einfach nachgeben.
 Im Stall passiert das nur wenn am anderen Ende des Leckerbissens ein gefräßiges Kontrahentenschwein lauert. Da werden die armen Grashalme dann regelmäßig  halbiert. Als Außenstehender sieht es aber eher nach vierteilen aus.




 Aber selbst die fremdartige Anatomie der festgewachsenen Pflanzen (Flocke: "Unglaublich, die haben Wurzeln!") haben die Wutzen nach einigen Fehlversuchen schliesslich durchschaut.

Und auch die Meisterrasenmäher (hier: Pony) hatten mit leichten Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, da Gras gelegentlich einfach zwischen den Zähnen stecken bleibt. Aber die Routine macht sich bezahlt und das Gras kann nach einigen Versuchen erfolgreich entfernt werden. An dem Gesichtsausdruck arbeiten wir noch.