Montag, 30. November 2015

Doktorspiele


Zur Gesunderhaltung unserer kleinen Rasenmäher steht einmal in der Woche ein Gesundheits check up an.  Im wesentlichen ist das eine detaillierte körperliche Untersuchung- liebevoll auch Schweine TÜV genannt. Doch wie die meisten von uns gehen auch die Schweine nicht gerne zum Arzt, und wehren sich gegen die gutgemeinte Behandlung. Zu Ihrem Leidwesen müssen sie trotz Protest da durch.

Für Neuschweinehalter hört sich das alles erst mal kompliziert an. Wo fängt man an? Worauf muss man achten?
 Die Anamnese fällt schonmal weg, denn was mir die Schweinchen so erzählen wenn ich frag wo es denn wehtut ist meistens sowas wie :

 "Gib mir mehr Futter, dann sag ich´s dir!"
"Wo jetzt? " 
"Noch mehr Futter, dann sag ich´s ganz bestimmt!!"
" Tut es dir überhaupt irgendwo weh?"
 "Nö, gibts dafür jetzt Fressen?!"

Etwas incompliant (machen net was der Arzt will) die Süssen, daher verlegen wir uns lieber auf die anderen 4 Teile der Untersuchung.

    1. Die Inspektion - 

Übersetzung meerschweinisch: Der Futterbringer starrt mich an. Ich starre zurück und blinzele als letzter!
Hier schaut man sich das komplette Fellknäul gründlich an. Die Augen, Nase, das Fell, die Krallen, die Zähne und den Bobes. Auch eklige Sachen wie Perinealtasche, Köttel und Urin.
 Utensilien: nix, ausser evtl der Wäscheklammer für die eigene Nase beim Ansehen der Perinealtasche

   2. Die Palpation- 

Übersetzung meerschweinisch: Der Gurkengeber tatscht mich überall an, obwohl ich missmutig quieke.
Man tastet sein Schweinchen vorsichtig komplett ab.
Utensilien: Hände und helfende Hände bei Zappelschweinchen

    3. Die Auskultation (für Experten)- 

Übersetzung meerschweinisch: Ich werde von einer Plastikschlange angegriffen! Hilfe!!!
Man hört die Wutz mit einem Stethoskop ab. Wenn man das regelmässig macht sehr hilfreich insbesondere bei Koliken oder Lungenerkrankungen.
Utensilien: Stethoskop (ab ca 5 Euro im Internet)


    4.  Die spezifische Therapie-  

Übersetzung meerschweinisch: Ich kriege ein bisschen wehgemacht, damit es nicht mehr weh tut. Die Gurkengeber sind unlogisch. Wahlweise auch: HILFE ICH WERDE GEFRESSEN!
 Man beseitigt kleinere Gesundheitsprobleme:  z.b. Krallenschneiden, Säuberung von Ohren oder Schneiden überlanger Haare

In der Realität sieht das bei uns  meistens so aus: 
Nami hat zu lange Krallen. Sie zappelt wie eine Verrückte, tritt wild um sich und sitzt nicht eine Sekunde still. Nach 20 Minuten habe ich vorsichtig  zwei oder drei Krallen gekürzt und beschliesse, das ganze wegen einer akuten Beendigung meiner Nerven sein zu lassen und in einer Woche weiter zu doktorn. 

Bommel hat zu lange Krallen. Er sitzt ruhig und lediglich etwas zetternd da. Daher schneide ich ihm  alle Krallen, ziehe vereinzelt feststeckende Grashälmchen zwischen den Zähnen raus, entfernt einige möglicherweise leicht verfilzte Haare am Po und säubert vorsichtig die Ohren. Nach 20 Minuten bin ich fertig. Bommel ist schwer beleidigt und schleicht den Rest des Abends stark brommselnd und ohne Futter anzunehmen im Gehege rum.  


Das wars fürs Erste. Das nächste mal geht es etwas ins Detail.
Grüssle eure Doro







Mittwoch, 25. November 2015

Die letzten Sonnenstunden

Coffee chillt im Heu und geniesst die Sonne, während wir fleissig für den Geburtstag meines Freundes schuften. Arbeitsteilung à la Meerschweinchen.


Donnerstag, 19. November 2015

Schnäuzel´s Autobiographie: "Mein Leben als Biber!"

Bei uns läuft alles wie immer. Die Menschen arbeiten um das Futter ranzuschaffen und die Schweinchen vertilgen es. Bis auf Schnäuzel das sich seinen verbliebenen unteren Schneidezahn hin und wieder abbricht und daher im vertilgen nicht so gut ist wie der Rest.



Böse Zungen sagen die anderen Wutzen verwickeln Schnäuzel absichtlich in wilde Raufereien damit der Zahn abbricht und es das Futter in kleinen Streifen serviert gibt, was komischerweise auch (oder gerade) die nicht zahnkranken Nager freut.
 
Ich behaupte Schnäuzel ist halt manchmal etwas übereifrig was harte Äste annagen betrifft. Die überleben nämlich nicht lange im Käfig (genausowenig wie der untere Schneidezahn).

  Immer wenn ein Ast den Weg eines Meerschweinchens kreuzt wird er auf die richtige Länge zurechtgestutzt. Was die richtige Länge betrifft gibt es schweinische Unterschiede:
Bei Coca und Smilla ist ein Ast in der Länge genehm wie er in den Käfig kommt- da sind die Blätter interessanter.
Bei Coffee muss zumindest die Rinde ab und Bommel stückelt immer die Enden ab und boxt mit dem Kopf etwas dagegen.
Schnäuzel jedoch raspelt normalerweise immer alles Überstehende und im Weg liegende zu Kleinholz. Doch jetzt wo der untere Zahn weg ist und das Abnagen nicht klappt wie sonst regt sie sich über - unbefugt - im Weg rumliegende Äste schrecklich auf. Da wird gebockt, gehupt und andere fröhlich vorbeischlendernde Schweinchen aus dem Hinterhalt attackiert.

Die Stimmung im Schweinegehege ist dennoch mehr als gut, denn jedesmal wenn Schnäuzel nach dem Wiegen wieder in den Käfig kommt gibt es für Sie ungesunde Leckerli als Belohnung. Und die anderen lauern im Gehege immer wie die Geier, denn hin und wieder fällt auch was für sie ab.
Typisch Meerschwein halt.

Montag, 9. November 2015

Ausgangszustand wieder hergestellt




Smilla: "Irgendwas riecht anderst als sonst."
Coca: "Und es ist leiser als sonst."
Schnäuzel: "Die Invasoren wurden vertrieben! Juchuuu!"

Ja, die Schweinchen haben recht. Es ist ruhiger geworden bei uns. Leila und Matze sind am Samstag ausgezogen. Und obwohl ich  traurig bin die Beiden nicht so schnell wieder zu sehen bin ich doch sehr glücklich über Ihr neues zu Hause. Die beiden haben jetzt einen RIESIGEN Stall (180 x 150 cm) und ein kleines Rentnermädel zur Unterstützung. Ausserdem hat sich ihre neue Familie ganz toll informiert und alles für den Einzug vorbereitet. Ich wünsche den beiden Gemüsestaubsaugern viel Spass im neuen zu Hause und der neuen Familie auch mit den Beiden. Macht´s gut!